BBDO Worldwide – das sind 289 Agenturen in 81 Ländern. Mit BBDO in Düsseldorf als wichtigem Standort und als Sitz der deutschen Gruppe. Von hier aus werden viele Unternehmen in Sachen Marketing und Kommunikation beraten und betreut. An der Kö entstehen Kampagnen, die deutschlandweit und international wirken. Dirk Bittermann, CEO von BBDO Düsseldorf, und Patrick Holtkamp, Geschäftsführer bei BBDO Düsseldorf, sagen uns, worauf es dabei ankommt und worum es beim Startup-Marketing wirklich geht.

Startup_DUS: Internationale Unternehmen zählen zu Ihren Kunden. Ist es wichtig für Startups, den Kontakt zu großen Marken zu finden?

Dirk Bittermann: Startups stehen erstmal für sich selbst und für sich allein. Entscheidend ist, wie relevant die Geschäftsidee des Startups ist. Die Frage lautet: Liefert das Startup mit seinem Angebot eine Lösung oder einen Mehrwert für die Menschen?

Startup_DUS: Ihr Unternehmen veranstaltet während der diesjährigen Startup-Woche den BBDO Brandcontest. Es geht darum, dass Startups ihre Marke in einem Pitch einer Fachjury präsentieren und professionelles Marketing durch die BBDO gewinnen können. Wie können sich die Mitarbeiter der BBDO in die Lage und Vorstellungen eines kleinen Startups hineinversetzen?

Patrick Holtkamp: BBDO arbeitet ja mit vielen Marken und Kunden aus allen Branchen zusammen. Ob es um die Platzierung eines Startups geht oder um die Positionierung etwa einer neuen Marke oder eines Produktes – die Herausforderungen ähneln sich. Wer ist diese Zielgruppe? Wo und wie erreiche ich möglichst effektiv und nachhaltig meine Zielgruppe? Was sind die Erfolgsfaktoren und notwendigen Prozesse dahinter? Und was uns zusätzlich qualifiziert: Bei uns gibt es zahlreiche Mitarbeiter, die selber Gründer sind oder waren und die ihre besonderen Erfahrungen mit einbringen.

Startup_DUS: Zu welchem Zeitpunkt der Gründung eines Startups sehen Sie die Notwendigkeit einen ausgefeilten Marketingplan zu erstellen?

Dirk Bittermann: Einen ausgefeilten Marketingplan sollte man tatsächlich erst dann machen, wenn die wesentlichen Parameter klar sind. Welche Ziele verfolge ich mit meiner Marke? Wen möchte ich mit meinem Angebot ansprechen? Wie kann sich meine Marke im Markt positionieren? Für einige Startups ist es beispielsweise wichtig, schnell eine hohe Markenbekanntheit aufzubauen, wie etwa Zalando seinerzeit. Andere setzen eher auf eine sehr gezielte Kommunikation und langsameren Markenaufbau. Das alles ist natürlich nicht nur eine Frage der Strategie und der Zielgruppen, sondern auch der zur Verfügung stehenden Mittel.

Startup_DUS: Gibt es klassische Marketingfehler, die Startups und junge Unternehmen begehen, bei denen Sie jedes Mal die Hände über dem Kopf zusammenschlagen? Und warum?

Patrick Holtkamp: Ich glaube, es wäre anmaßend, von klassischen Fehlern zu sprechen. Heutzutage werden alle Karten stets neu gemischt und die Spielregeln neu aufgestellt. Meine Empfehlung lautet: Gründer sollten sich bereits im Vorfeld mit Hilfe von Daten und Analyse-Tools ein informiertes Umfeld aufbauen und sich ein klares Bild machen, mit wem sie kommunizieren müssen. Wenn sie das wissen und das Ganze mit einem Test & Learn Anspruch angehen, sind sie schon mal gut aufgestellt. Und übrigens: Fehler machen wir alle. Man sollte sie nur nicht wiederholen und unbedingt daraus lernen.

Startup_DUS: Für Startups ist es besonders wichtig, ein einprägsames und gut verständliches Logo zu entwickeln, um in die Köpfe der Kunden zu gelangen und dort zu bleiben. Haben Sie ein Beispiel für ein besonders gelungenes Corporate Design eines Startups? Haben Sie einen Favoriten?

Dirk Bittermann: mymuesli hat, finde ich, einen sehr klaren und durchdachten Auftritt – und zwar auf allen Kommunikationskanälen. Und hier aus Düsseldorf ist sicherlich trivago ein gelungenes Beispiel.

Startup_DUS: Viele Startups setzen auf freche und aneckende Werbung. Wie viel Provokation ist in Ihren Augen wichtig?

Patrick Holtkamp: Frech und provokant kann funktionieren, als besondere Aktion. Aktionistische Kommunikation allein hat es jedoch auf lange Sicht eher schwer, weil die Nachhaltigkeit fehlt. Das sollte man im Vorfeld bedenken.

Startup_DUS: Zu den Kunden von BBDO Düsseldorf gehören Unternehmen wie Douglas, Dr. Oetker, Mars oder Wrigley. Gibt es für Sie einen Unterschied in Ihrer Arbeit mit großen Kunden und vergleichsweise kleinen Unternehmensgründern?

Dirk Bittermann: Natürlich gibt es Unterschiede. Startups haben eine andere Kultur, in der Regel flachere Hierarchien und damit auch sehr kurze Entscheidungswege. Wir beobachten aber, dass sich manche großen Kunden genau davon inspirieren lassen. Schnelligkeit ist längst ein Wettbewerbsvorteil, ganz gleich ob klein oder groß. In einer aktuellen Branchenstudie sind sich deshalb sowohl Kunden als auch Agenturen einig: Agilität ist das Gebot der Stunde.

Startup_DUS: Die deutsche BBDO ist von Düsseldorf aus groß geworden, sie ist mittlerweile hierzulande das führende Netzwerk, mit elf Agenturmarken und Standorten etwa in Berlin, Hamburg, Frankfurt oder München. War es der Standort Düsseldorf, der zum Erfolg beitrug oder eher die Unternehmensphilosophie: „The Work. The Work. The Work.“

Patrick Holtkamp: Es sind unsere Arbeiten für die Kunden unserer Kunden, die uns erfolgreich machen. Weil diese Kampagnen Kopf und Herz der Konsumenten erreichen. Genau das steckt hinter „The Work. The Work. The Work“. Und dass viele dieser Arbeiten aus Düsseldorf kommen, dürfte sicherlich kein Zufall sein.

Der BBDO Brandcontest am 5.5.2017

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