Seit dem Jahr 2009 konzentrieren sich die Gründer der AREO Holding auf den An- und Verkauf von baufälligen, leerstehenden und problematischen Immobilien. Das Ziel ist die langfristig erfolgreiche Nutzung dieser meist aus den 50er bis 80er Jahren stammenden Gebäude. Welche Idee dahinter steckt und was das genau mit Startups zu tun hat, erklärte uns Bernd-Claas Gesterkamp im Interview.

Startup_DUS: Der An- und Verkauf von Immobilien fällt für mich auf den ersten Blick jetzt nicht in den Bereich Startup. Warum sind Sie trotzdem bei der Startup-Woche dabei? 

Bernd-Claas Gesterkamp: Richtig, es sind nicht unsere Gründer, die Immobilien entwickeln, sondern wir. Unsere Gründer jedoch stellen für uns eine besonders dynamische und spannende Mieterschaft dar, denen wir uns sehr gerne zuwenden. Deshalb suchen wir auf der Startup-Woche ihre Nähe.

Startup_DUS: Was verstehen Sie unter der erfolgreichen Nutzung baufälliger oder leerstehender Gebäude?

Bernd-Claas Gesterkamp:  Sie können versuchen, leerstehende Häuser mit Goldfischen zu füllen und werden scheitern, weil niemand so etwas braucht. Wir entwickeln Nutzungsideen, welche den Bedürfnissen des Marktes entsprechen und haben damit oft Recht.

Startup_DUS: Die AREO Holding möchte Leerstand mit frischen Ideen neu beleben. In Düsseldorf bieten Sie Büromöglichkeiten und Co-working Spaces im Treibhaus an. Was ist in Ihren Augen die neue Idee an diesem Konzept?

Bernd-Claas Gesterkamp: Die Nutzung als solche ist nicht neu. Co-working gibt es schon länger. Wir bieten im Treibhaus Düsseldorf allerdings neben sehr attraktiven Preisen und der tollen Lage sehr motiviertes Personal an. Außerdem ergänzen wir das Produkt Co-working durch kleine Büros und demnächst auch Wohnraum-Angebote.

Startup_DUS: „Was andere Flur nennen ist bei uns meeting-zone“. Ein neues Flurfunk Konzept? Gibt es gibt es Beispiele für entstandene Kooperationen zwischen Ihren Mietern?

Bernd-Claas Gesterkamp: Oh ja! Bei uns haben sich Firmen gegründet, die sich erst im Treibhaus kennengelernt haben. Durch das tägliche „neben- und miteinander“ finden permanent Synergien statt, von denen unsere Miete untereinander profitieren.

Startup_DUS: Worin liegt für Sie der Kern des Co-workings? Was sind die entscheidenden Komponenten, die aus einem rein ökonomischen Zusammenschluss einen Arbeitsmehrwert schaffen?

Bernd-Claas Gesterkamp: Von Außen betrachtet vermieten wir Arbeitsräume, bei genauer Betrachtung jedoch verschafft das Treibhaus unseren Kunden ein dynamisches Netzwerk. Dieses Netzwerk kann jeder nutzen, um darüber Erfolg zu generieren. Dies ist allerdings auch eine Frage des persönlichen Talents.

Startup_DUS: Ist Co-working nicht meistens nur eine Marketingstrategie, die Unternehmen oder Büroflächenbesitzer nutzen, um Geld zu verdienen?

Bernd-Claas Gesterkamp: Selbstverständlich arbeiten wir profitorientiert. Allerdings stellt die Gründerszene mit ihren kurzen Laufzeiten und einem sehr hohen Verwaltungsaufwand nicht immer für uns die komfortabelste Vermietungssituation dar. Wir prüfen im Einzelfall und wenn wir an Gründer vermieten, dann weil wir es wollen. Als Unternehmer sympathisieren wir allerdings auch „von Natur aus“ mit Menschen, die sich neu erfinden. Wir mögen so etwas!

Startup_DUS: AERO betreibt auch andere Gebäude in Münster und Köln. Können Sie in Bezug auf die Mieter und deren Startup-Projekte einen Unterschied zu den anderen Städten feststellen? Hat Düsseldorf als Standort einen besonderen Stellenwert? 

Bernd-Claas Gesterkamp: Das ist schwer zu sagen. In allen drei Städten staunen wir über die Phantasie und den Einfallsreichtum der Existenzgründer. Münster ist eine Akademiker-Stadt, deshalb begegnen wir dort manchmal Themen, die wissenschaftlicher geprägt sind. Eigentlich ähneln sich die Gründer im Grunde. Düsseldorf profitiert natürlich sehr stark durch die Unterstützung der Verwaltung und Politik!

 

Treibhaus Düsseldorf
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