Als weltweit vernetzter Kommunikationskonzern ist Vodafone ein Experte der globalisierten Welt. In einer schnelllebigen Zeit ist es besonders im Bereich Kommunikation oft schwer, den Überblick zu behalten. Was globale Vernetzung für Startupper bedeutet und was sich hinter dem schönen Begriff Internet der Dinge verbirgt, erklärte uns Julia Doll, Abteilungsleiterin für externe Innovation, im Interview.

Startup_DUS: Wir leben in einer immer enger vernetzten Welt. Das birgt bekanntlich viele Chancen und Risiken. Wie würden Sie diese in Bezug auf Startups bewerten? 

Julia Doll: Für Startups bietet der steigende Grad der Vernetzung vor allem Chancen. Denn für etablierte Unternehmen ist die Erfassung neuer Trends mit steigender Vernetzung immer schwieriger, da mögliche Lösungen aus unterschiedlichen Bereichen kommen können und die Produktvielfalt an Heterogenität gewinnt. Dadurch steigt für Startups die Möglichkeit, ein disruptives Produkt einzuführen.

Startup_DUS: Datenkommunikation ist ein alltägliches Thema für jeden. An welchen Kompetenzen darf es Startuppern in diesem Bereich nicht fehlen?

Julia Doll: Startups müssen beim Thema Datenkommunikation besonders auf zwei Dinge achten: Datensicherheit und die Verwendung von Standards. Gerade in Deutschland geht Datenkommunikation auch mit Datensicherheit einher, die im Einzelfall über den Erfolg eines Produktes entscheiden kann. Für den IoT-Bereich sollten Startups mit Ihren Produkten definitiv auf gängige Standards setzen, wie Narrowband IoT. Damit wird das Internet der Dinge massentauglich. Denn es kommt durch dicke Betonwände genau wie in Keller und Tiefgaragen und ist zudem besonders energieeffizient. Das ermöglicht völlig neue Anwendungsszenarien – auch an ganz ungewöhnlichen Orten.

Startup_DUS: Was erwarten Sie sich von Telekommunikations-Startups in den nächsten Jahren? Auf welche Neuerungen können wir uns freuen?

Julia Doll: Im IoT-Bereich gibt es zahlreiche Use-Cases, die von Startups bedient werden können. Dabei sind wir in Deutschland in einigen Feldern, wie etwa Smart Home oder Connected Car, bereits auf einem sehr guten Weg. Der wesentliche Wegbereiter dieser und anderer Innovationen wird der 5G-Standard sein, der seinen Vorgänger LTE in allen Belangen übertrifft. Ähnliches Potenzial wie der IoT-Bereich, bieten Augmented Reality und Virtual Reality.

Startup_DUS: Wie bewertet Vodafone eine Neuerung in der Telekommunikationsbranche? Woran erkennen Sie, was Bestand haben wird und was nur ein temporärer Trend ist?

Julia Doll: Wir bewerten diese Neuerungen vollkommen positiv. Startups haben es oft leichter, aus bewährten Denkmustern auszubrechen und völlig neue Business-Ideen zu entwickeln. Wir möchten mit Startups schneller und einfacher intelligente Produkte und Lösungen entwickeln und auf den Markt bringen, die unsere Kunden begeistern. Durch diese agile Zusammenarbeit arbeiten wir natürlich auch im Trial & Error-Modus, ziehen hieraus aber wichtige Erkenntnisse und Learnings.

Startup_DUS: Die Vodafone-Veranstaltung während der Start-up-Woche dreht sich um das Thema „Internet der Dinge“. Erklären Sie doch bitte mal für Technikdummies  – was kann ich mir darunter vorstellen?

Julia Doll: Das „Internet der Dinge“ umfasst alle vernetzten Endgeräte. Dabei reden wir nicht nur von den bekannten Smartphones, sondern von einer Vielzahl ganz unterschiedlicher Geräte, die in verschiedenen Abständen miteinander kommunizieren. Ein anschauliches Beispiel hierfür ist die intelligente Mülltonne. Hier reicht es aus, wenn der verbaute Sensor 1 – 2 Mal pro Tag bei den Entsorgern angibt, ob die besagte Mülltonne schon voll ist und abgeholt werden muss.

Startup_DUS: Ist diese Veranstaltung eher etwas für Technikfreaks oder für alle Startupper interessant? Warum sollten Gründer darüber Bescheid wissen?

Julia Doll: Wie bereits angedeutet, ist die Nutzung von Standards für alle Startups wichtig, die IoT-Produkte anbieten wollen. Wir bieten zur Startup-Woche eine gesunde Mischung aus Technik und Fun an. Startups erhalten eine technische Übersicht zum Thema Narrowband IoT, für die man aber kein Technikfreak sein muss.  Anschließend werden wir live einen IoT-Prototypen erstellen und unsere Narrowband IoT Labs besichtigen, in denen wir Startups künftig die Möglichkeit bieten, Ihre Produkte zu testen.

Startup_DUS: Während der Startup-Woche ist der Standort Düsseldorf natürlich ein großes Thema. In einer Welt, in der die Telekommunikation so weit fortgeschritten ist wie aktuell – würden Sie sagen, dass eine bestimmte Stadt als Standort überhaupt noch vonnöten ist? 

Julia Doll: Auch, wenn wir in einer vernetzten Welt leben, ist der Standort eines Unternehmens ein ganz entscheidender Faktor. Düsseldorf als regionales Zentrum für digitale Wirtschaft vernetzt Startups und Industrie für innovative Geschäftsmodelle. Denn die Rhein-Ruhr-Metropole bietet durch seine zentrale Lage und viele internationale Top-Unternehmen wie Vodafone die idealen Voraussetzungen, Startups zum Durchbruch zu verhelfen. Vodafone als Partner des DigiHubs bietet Startups starke Distributions- und Technologie Partnerschaften an. Zugleich beleben Startups den Standort Düsseldorf und sind Impulsgeber für uns. Wir freuen uns in der Startup-Woche wieder Gründer und die, die es noch werden wollen, zu uns auf den Campus einzuladen.

8.5.2017: Get in touch with IoT

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