Förderungen spielen in der Startup-Szene eine große Rolle. Alle wollen möglichst schnell und effektiv ihr Unternehmen zu großem Erfolg führen. In der Energiebranche verspricht :agile mit dem Accelerator Programm durch eine Förderung von 22.000€ und individuellem Coaching jungen Unternehmen genau das. Wie es funktioniert und welche Rolle der Standort Düsseldorf dabei spielt, darüber haben wir mit Carsten Offele vom :agile accelerator Team gesprochen.

Startup_DUS: 2014 hat :agile begonnen, nicht nur bei den Mitarbeitern innerhalb der Firma nach innovativen Ideen zu suchen, sondern auch nach Startups und Innovatoren von außerhalb. Was war es, das einem großen Tochterunternehmen von E.ON noch gefehlt hat? Warum mussten neue Ideen her? 

Carsten Offele: Die Energiewelt ist in allen Feldern im Umbruch. Deshalb gilt es, sowohl die innovativen Ideen der internen Mitarbeiter aufzugreifen, die nah am Geschäft und Kunden sind, als auch vielversprechende neue Geschäftsideen von externen Startups mit dem Blick von außen aufzunehmen. Außerdem bringen wir interne und externe Startups in unserem Programm zusammen, was den Knowhow-Austausch fördert und zusätzliche Qualität bei den neuen Geschäftsmodellen hervorbringt.

Startup_DUS: Gibt es viele Initiativbewerbungen? Oder werben Sie gezielt bestimmte junge Unternehmen an?

Carsten Offele: :agile ist inzwischen als Accelerator im Energiebereich etabliert und entsprechend bewerben sich die Startups initiativ bei uns. Gleichzeitig scouten wir aber auch gezielt Startups, die interessante Geschäftsmodelle im Energieumfeld mitbringen und das Potential zur Skalierung haben. Darüber hinaus sind wir als :agile in der Startup-Szene präsent und mit einem breiten Netzwerk im Austausch, indem wir bei Veranstaltungen wie der Startup-Night Berlin, dem Neumacher Wettbewerb oder dem Startup Sprint wesentliche Rollen einnehmen.

Startup_DUS: Wenn Ihr Unternehmen jährlich in mehrere Startups je 22.000 € steckt, muss doch ein gewisser Mehrwert für das Unternehmen dabei rumkommen, oder?

Carsten Offele: Ja, erfolgreiche Startups zu entwickeln und damit Mehrwert für E.ON zu schaffen ist das Ziel von :agile. Mit der Förderung der Startups in der Frühphase kann nicht jedes Startup zum Erfolg geführt werden. Ziel ist es, möglichst zahlreiche als auch nachhaltige, neue Geschäftsmodelle zu entwickeln.

Startup_DUS: Der :agile accelerator verspricht innerhalb von etwa zwei Jahren einen großen Erfolg. Ihr Unternehmen skizziert diesen Prozess auf der Homepage wie eine Maschine, die aus Ideen und Kooperationen Diamanten presst. Wird durch Ihr Prinzip wirklich jede Idee zum Diamanten? Wenn nein – was müssen die Startups von sich aus mitbringen?

Carsten Offele: Es ist eher ein gemeinsamer Pfad, den wir beschreiben, als ein Versprechen zum Erfolg. Eine Idee kann auf diesem Weg immer auch scheitern, egal wie gut sie am Anfang klingen mag. Team, Kundenausrichtung, Timing für den Markteintritt – das sind die wesentlichen Faktoren, die während des gesamten Entwicklungsprozesses entscheidend sind und immer wieder neu justiert werden müssen. Wir unterstützen unsere Startups mit allen uns zur Verfügung stehenden Ressourcen dabei und haben natürlich den Erfolg der Startups als Ziel. Die Startups müssen dabei insbesondere Hingabe, Offenheit und Identifizierung mit der Idee mitbringen.

Startup_DUS: Warum ist für die Teilnahme am Accelerator eine 100%ige Überzeugung von der eigenen Idee vonnöten und wie testen Sie diese?

Carsten Offele: Würden Sie jemandem 22.000€ anvertrauen, der nicht selber von seiner Idee 100% überzeugt ist? Natürlich muss das Team von der Idee komplett überzeugt sein. Ob dies der Fall ist, wird schnell in den persönlichen Gesprächen mit den Startups vor Aufnahme in den Accelerator deutlich. Dabei ist auch nicht alleine die Idee ausschlaggebend. Maßgeblich ist auch das Team. Wir müssen merken, dass das Team 100% überzeugt ist und für die Idee brennt!

Startup_DUS: Sie unterstützen auch Startups in Berlin. Gibt es einen Unterschied zwischen den Energiewirtschaft-Startups in Berlin und in Düsseldorf? Welche Stadt hat in Ihren Augen im Bereich Innovation die Nase vorne und warum? 

Carsten Offele: Klar, Unterschiede gibt es. Berliner Startups bewegen sich oft bereits intensiver im Startup-Umfeld und bringen diesbezüglich viel Knowhow und ein breites Netzwerk mit. Die Startups aus der Rhein-Ruhr-Region punkten dagegen oft mit Erfahrung und Wissen aus dem Energiebereich, der in NRW bei Unternehmen und Universitäten stark ausgeprägt ist. Berlin hat sicherlich noch die Nase vorn hinsichtlich der Startup-Szene, aber in Düsseldorf bewegt sich aktuell einiges. Die richtige Mischung macht es letztendlich aus.

Startup_DUS: :agile zielt mit dem Accelerator Programm darauf ab, nationale und internationale Startups nach Düsseldorf zu holen. Welche Vorteile bringt das für die Stadt, die Wirtschaft und die Startups?

Carsten Offele: Die Vorteile liegen in der Verknüpfung der unterschiedlichen Startups, der Wirtschaft und der Stadt. Startups bringen die neuen Ideen ein, Unternehmen industrielles Knowhow und Kundenkanäle, die Stadt die Plattform für den Austausch. Die unterschiedlichen Blickwinkel, neuen Netzwerke und verschiedenen Erfahrungshintergründe machen das vibrierende Startup-Ökosystem in Düsseldorf aus und lassen den innovative Austausch entstehen, der alle Beteiligten einen Schritt nach vorne bringt.

Wo nationale und internationale Startups aufeinandertreffen, entstehen immer Vorteile. Der erste ist innovativer Austausch. Die Startups aus verschiedenen Regionen bringen unterschiedliche Blickwinkel mit und wirken in das Startup-Ökosystem von Düsseldorf ein.

Last but not least – Die Vielfältigkeit. Sie ist ein enormer Mehrwert für die Startups, die Wirtschaft, die Stadt, als auch für jeden einzelnen, der involviert ist.

 

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