Ein Ziel des Unternehmens :agile ist es, mit ihrem großen Wissen über den Energiesektor neue Ideen zu entdecken, zu entwickeln und zum Leben zu erwecken. Genau aus dem Grund unterstützt :agile Startups mit einem eigenen Accelerator Programm. Was Startups in diesem Programm erwartet und welche Erfolge es erzielt, erzählt uns Maria Freitag, Scouting & Portfolio Development, im Interview.

Startup_DUS: Dreimal Mal im Jahr veranstaltet :agile das „Launchpad“ – eine Veranstaltung, um Startups für die nächste Runde des :agile accelerator Programms auszuwählen. Beim letzten Launchpad im Dezember wurden aus über 90 Bewerbern insgesamt 9 Startups eingeladen. Nach welchen Kriterien wurden diese ausgewählt?

Maria Freitag: Als Corporate Accelerator von E.ON sind der Bezug zur Energiebranche sowie die Passung zur E.ON Strategie grundlegende Kriterien, wenn Startups sich bei uns bewerben. Das heißt alles rund um die Themen Smart Home Solutions, Mobilty, Erneuerbare Energien in Verbindung mit loT, AI, Machine Learning, Blockchain und Smart Grids, ist sehr interessant für uns. Außerdem sind das Timing (warum ist genau jetzt die Zeit für Lösung XY), das Team hinter der Idee sowie die Skalierbarkeit des Business Models maßgebliche Kriterien die wir bewerten. Zusätzlich ist es immer gut, wenn das Startup bereits gegründet, das heißt eine eingetragene Kapitalgesellschaft
(UG, GmbH,…) besitzt, das Team aus mindestens einem Gründer und einem Teammitglied besteht und es eine Prototypen der Idee gibt.

Startup_DUS: Mit welchen Methoden haben Sie während des Launchpads herausgefunden, welche 5 Startups im Endeffekt am :agile accelerator teilnehmen können? Und welche waren ab Januar 2018 dann dabei? 

Maria Freitag: Wir veranstalten das Launchpad ja nicht alleine, sondern laden unsere externen und internen Mentoren und Trainer ein, die Startups mit uns zusammen kennenzulernen. Alle bringen ihr Expertenwissen und einen ganzen Blumenstrauß an Methoden mit.  Am Strategie-/Produkt-Tag kommen zum Beispiel Methoden wie Business Model Canvas, Value Proposition Canvas sowie Service Design Thinking Werkzeuge wie Stakeholder Mapping und die Customer Journeys zum Einsatz. Wir haben uns letztendlich für die Startups Hero Balancer, perto, DABBEL, cleaNRGI und vidja entschieden. Wir hatten gerade beim letzten Launchpad super engagierte und smarte Teams dabei, die wir am liebsten alle mitgenommen hätten. Aber wir müssen auch auf das Business schauen und ob wir für das Geschäftsmodell einen Markt in Deutschland oder Europa sehen.

Startup_DUS: Der Name „Launchpad“ spricht für sich. Aber wie kann :agile dafür garantieren, dass die Startups auch nach einem steilen Start mit dem :agile accelerator Programm in Zukunft erfolgreich weiter wachsen? 

Maria Freitag: Unser Anspruch ist es, eine langfristige Zusammenarbeit mit den Startups aufzubauen. Wir verzahnen uns von Beginn an mit unseren Kollegen aus den entsprechenden E.ON Geschäftsbereichen. Die Startups haben die Möglichkeit intern Feedback zu ihren Pitches zu erhalten oder auch die Weiterentwicklungen ihres Geschäftsmodells direkt zu präsentieren. Als :agile sehen wir es als eine unserer Hauptaufgaben, den Startups  dieses Netzwerk zu ermöglichen. Denn am Ende brauchen wir die einzelnen Units, das operative Business, um gemeinsam erfolgreiche Piloten aufzusetzen und unseren Startups einen erfolgreichen Wechsel von der Acceleratorphase in die Pilotingphase sicherzustellen. Nicht alle Startups entscheiden sich, mit uns einen Piloten umzusetzen. Oder wir entscheiden uns dagegen. Aber auch wenn es zu keinem Piloten mit :agile / E.ON kommt, unterstützen wir die Startups intensiv dabei, externe Investoren und strategische Partner zu gewinnen.

Startup_DUS: Wie geht es für die Startups jetzt weiter? Sie sind im Januar 2018 gestartet, das bedeutet zum Zeitpunkt des Interviews haben sie bereits etwa ein Drittel des 3-monatigen Accelerator Programms durchlaufen.

Maria Freitag: Die nächsten Schritte der Startups sind ganz unterschiedlich und abhängig von ihrem Entwicklungsstand. Im ersten Drittel ging es für viele Startups darum, den deutschen Markt und ihre Kunden zu verstehen. Das bedeutet, viele Interviews und viel Marktforschung. Aber es ging natürlich auch schon um das Netzwerken in den E.ON Konzern und das Umsetzten der ersten Feedbacks. Basierend darauf, gilt es jetzt das vom Kunden Gelernte umzusetzen, den Fokus weiter zu schärfen und zu vertesten.

Startup_DUS: Können Sie ein Startup des :agile accelerator Programms beispielhaft nennen, das besonders mit seinem Erfolgen herausgestochen ist? Welche Unterstützung hat :agile dabei geleistet?

Maria Freitag: Alle Startups, die bei uns im Programm sind, stechen aus den unterschiedlichsten Gründen erfolgreich hervor und alle sind wirklich gut. Wir haben derzeit fünf Teams in der Acceleratorphase, Pilotieren mit über zwölf Startups und haben zwei Startups im Scaling. Besucht uns doch mal auf einem unserer Events, die wir gemeinsam mit unseren Startups besuchen und gestalten. Vielleicht beim Techfestival im Rahmen des Energy Transition Dialogs in Berlin. Da könnt ihr Dabbel und Hero Balancer kennen lernen.

Startup_DUS: Was macht Düsseldorf für Ihr Unternehmen zur absoluten Startup-City?

Maria Freitag: In Düsseldorf ist die Innovationskraft deutlich zu spüren. Ich glaube es tummeln sich derzeit über 200 Startups in der Stadt.  Wir sind begeistert vom Spirit hier. Wir sehen, dass Startups, Corporates, die Stadt und die Politik die Startup-City weiter vorantreiben wollen. Das ist super und macht Düsseldorf zum Anziehungspunkt für neue, großartige Ideen. Und die wollen wir natürlich bei uns im Accelerator sehen.