MediaCom hat eine klares Ziel: Inspirierte Mitarbeiter liefern den Kunden eine bessere Arbeit. Dafür ist Unternehmensintern das „Systems Thinking“ ein großes Thema. Im Interview verrät uns Arvid Boström,  Chief Transformation Officer, worauf es in der Kommunikation zwischen Startups und Corporates und der Außendarstellung eines Unternehmens ankommt. 

Startup_DUS: MediaCom ist ein Unternehmen, das nach eigener Aussage Kommunikation durch „Systems Thinking“ transformiert. Können Sie kurz erläutern, was damit gemeint ist?

Arvid Boström: Wenn wir einen Kunden betrachten, dann schauen wir immer auf seine gesamte Wertschöpfung und messen den Einfluss sämtlicher kommunikativer Investitionen an dieser Wertschöpfung. Das heißt, dass wir als Agenturpartner nicht nur einzelne Media-Silos wie Search oder Programmatic optimieren, sondern einzelne Medien als Teil eines Gesamtsystems verstehen, welches wir positiv beeinflussen möchten.

Startup_DUS: Ist „Systems Thinking“ nur im Bereich Marketing eines Unternehmens anwendbar oder kann sich danach auch eine gesamte Unternehmensstruktur richten? 

Arvid Boström: Die Anforderung „siloübergreifend“ zu denken und zu handeln nimmt stetig zu. Das erkennen immer mehr Unternehmen und handeln auch entsprechend. Interessanterweise beobachten wir das an vielen Stellen, gerade bei Unternehmen einer gewissen Größe. Sie wünschen sich förmlich wieder den ganzheitlichen Blick, das „Systems Thinking“, eines Startups zu haben.

Startup_DUS: Gerade für junge, frisch gegründete Startups ist ein zentrales Thema: Wie stelle ich mein Unternehmen dar und wie erreiche ich meine Zielgruppen – sowohl Kunden als auch Investoren. Was sind Ihrer Meinung nach die wichtigsten Steps? 

Arvid Boström: Es liegt in der Natur der Sache, dass Startups wenig Zeit und große Pläne haben. Daher machen sie oft einen großen Fehler: sie kopieren. Es gibt allerdings aus meiner Sicht nicht den einen Königsweg zur Erreichung der Zielgruppen. Als Startup sollte man sich ruhig die Zeit nehmen, sich der eigenen Stärken und Schwächen bewusst zu werden. Mein Tipp: Habt ihr einen Fachmann zum Thema Kommunikation im Gründerteam, dann weiß er, was zu tun ist. Sucht Euch ansonsten früh einen Agenturpartner der kulturell zu Euch passt. Er kann helfen, Fehler zu vermeiden und eine realistische Strategie zur Ansprache eurer Zielgruppen zu entwickeln.

Startup_DUS: Anfang des Jahres veröffentlichte das BLINK_innovation Team von MediaCom das Paper: „How to partner with Startups“. Erklären Sie doch kurz, was es damit auf sich hat. 

Arvid Boström: Das Paper ist gewissermaßen ein Leitfaden für das Ökosystem der Innovation. Viele etablierte Marken fragen sich, wie sie eine Best-in-Class-Technologie schaffen können. Unser Vorschlag: Durch die Nutzung neuer Technologien und Kooperationen mit Startups entstehen erste kleine, schnelle  und ergebnisorientierte Experimente. So erfinden Unternehmen ihre Kerngeschäfte neu und schaffen es ihr Geschäft zu transformieren. Daraus ergibt sich dann natürlich ein Wettbewerbsvorteil.

Startup_DUS: MediaCom setzt sich also aktiv dafür ein, dass etablierte Unternehmen mit Startups zusammenarbeiten und sich gegenseitig befruchten. Sehen Sie als Profis große Kommunikationslücken oder Problematiken zwischen den beiden Unternehmensformen?

Arvid Boström: Größe bringt zwangsläufig auch Herausforderungen mit sich. Der Grund warum gerade große Unternehmen sich zunehmend auf Startups zubewegen, ist deren Agilität und Wendigkeit in der Entscheidungsfindung und Umsetzung. Um es herunterzubrechen: Startups machen einfach. Das ist der entscheidende Unterschied zwischen prozessgeprägten Großkonzernen und wendigen Gründerteams. Das Bestreben nach Zusammenarbeit ist aber beiderseitig: Das Startup möchte ja auch erfolgreich zu sein, weiter wachsen und am Ende selbst vielleicht ein Konzern werden. Dieser wiederum denkt oft an den Pragmatismus und die Schnelligkeit seiner Gründer zurück. Daher glaube ich auch, dass die Distanz eigentlich nicht besonders groß ist wie man meinen könnte. Es  lohnt sich also hier Brücken zu bauen.

Startup_DUS: Was macht Düsseldorf für Ihr Unternehmen zur absoluten Startup-City?

Arvid Boström: Düsseldorf ist die Hauptstadt der Mediaagenturen. Nirgendwo sonst gibt es so viele Kommunikationsexperten, die sich mit der spezifischen Ansprache von Zielgruppen auskennen. Gleichzeitig ist unsere Wirtschaftsförderung gut auf die Bedürfnisse von Startups abgestimmt. Die Kombination dieser beiden Faktoren macht Düsseldorf zu einer absoluten Startup-City.

Startup_DUS: Danke für das Gespräch!