auxmoney ist eine echte Düsseldorfer Erfolgsgeschichte: Die Plattform für Privatkredite wuchs in rund zehn Jahren vom kleinen Startup zum Unternehmen mit über 250 Mitarbeitern. Wir haben uns mit Geschäftsführer Philipp Kriependorf über den Aufstieg von auxmoney unterhalten.

Startup_DUS: 2017 hat auxmoney seinen 10. Geburtstag gefeiert, damit sind Sie ja quasi „alte Hasen“ im Geschäft. Woran erkennt man auch heute noch, dass auxmoney damals als kleines Startup von drei Freunden gestartet ist?

Philipp Kriependorf: Natürlich hat sich in über elf Jahren einiges verändert: Der kleine Dachboden in Hilden ist einer modernen Arbeitswelt in Düsseldorf gewichen, unser Team ist auf über 250 Mitarbeiter angewachsen und wir finanzieren Jahr für Jahr Kredite für immer mehr Menschen in Deutschland. Aber eines hat sich nicht geändert: Die Vision, die meine beiden Mitgründer und ich bei der Gründung von auxmoney hatten. Wir glauben daran, dass durch den Einsatz von Technologie eine bessere Kreditversorgung für mehr Menschen möglich ist. Wir spüren bis heute, dass diese Überzeugung unser ganzes Team motiviert, neue Ideen zu entwickeln und unser Produkt weiter zu verbessern.

Startup_DUS: Und auch wenn es lange her ist, was waren die größten Fehler, die auxmoney gemacht hat – und was haben Sie besonders gut gemacht?

Philipp Kriependorf: Jeder Gründer träumt davon, dass das eigene Startup möglichst schnell wächst. Starkes personelles Wachstum stellt ein Unternehmen aber auch vor große Herausforderungen. Das haben auch wir zu Anfang unterschätzt. In einem kleinen Team funktioniert die Organisation fast von allein: Schon wenn nicht mehr alle in einem Raum sitzen, leidet die Kommunikation und es wird schwieriger, alle Mitarbeiter mitzunehmen. Es ist wichtig, die Organisation in verschiedenen Wachstumsphasen immer wieder völlig neu zu denken, Veränderungen zuzulassen, wenn sie ein Unternehmen weiterbringen. Heute freue ich mich, dass es uns gelungen ist, unsere ganz eigene Unternehmenskultur zu bewahren und erfolgreich weiterzuentwickeln.

Startup_DUS: Heute, mit mehr als 250 Mitarbeitern, leben Sie ja quasi den Traum eines jeden Startups. Und teilen Ihr Wissen und Ihre Erfahrung z. B. auf der Veranstaltung „Erfolgsfaktor Unternehmenskultur“ auf der Startup-Woche Düsseldorf. Was können Interessierte dort erwarten?

Philipp Kriependorf: Die Unternehmenskultur wird häufig unterschätzt, weil sie keinen unmittelbar messbaren Beitrag zum Geschäftserfolg leistet und nicht in Zahlen messbar ist. Gründer, die nur die Absicht haben, ihr Startup schnell zu skalieren und dann zu verkaufen, müssen sich deshalb nur wenige Gedanken um die Kultur machen. Aber jeder Gründer, der sein Startup langfristig aufbauen und erfolgreich machen will, scheitert, wenn es ihm nicht gelingt, eine starke Unternehmenskultur zu verankern. Bei unserer Veranstaltung zeigen wir, was eine positive Kultur ausmacht und wie es gelingt, diese in verschiedenen Wachstumsphasen erfolgreich weiterzuentwickeln.

Startup_DUS: Mal ganz hypothetisch: Wo würden Sie heute stehen, wenn es auxmoney nicht geben würde bzw. es nicht so erfolgreich geworden wäre?

Philipp Kriependorf: Ich wollte schon immer neue Ideen in die Tat umsetzen. Mir war früh klar, dass ich dafür mein eigenes Unternehmen gründen muss. Das habe ich direkt nach dem Studium gemacht und den ersten Dienstleister für Online-Lastschriften in Deutschland gestartet. Wenn danach nicht auxmoney gekommen wäre, dann mit hoher Wahrscheinlichkeit ein anderes Startup. Ich bin aber sehr froh, dass es so gekommen ist.

Startup_DUS: Noch mal zurück zu Ihrem großen Erfahrungsschatz: Wo haben es heutige Gründer leichter als Sie – und in welchem Bereich ist es ggf. schwieriger als damals?

Philipp Kriependorf: Das allgemeine Klima für Unternehmensgründungen ist heute günstiger als noch vor zehn Jahren. Es gibt mehr Unterstützung für Gründer durch die zahlreichen Startup-Initiativen und Förderprogramme, die in den vergangenen Jahren initiiert wurden. Ein weiterer Vorteil: Die Akzeptanz für digitale Produkte ist heute deutlich größer als damals. Andererseits haben es Gründer heutzutage vermutlich schwerer eine Nische zu finden, die man erfolgreich besetzen kann.

Startup_DUS: Sie sind bereits 2010 von Hilden nach Düsseldorf umgezogen. Welche Argumente sprechen heute für Düsseldorf als Startup-Standort?

Philipp Kriependorf: Unser Umzug hatte einen sehr pragmatischen Hintergrund: Büros mitten in Düsseldorf sind schlichtweg besser zu erreichen. Ein wichtiger Faktor für viele unserer Mitarbeiter, die täglich nach Düsseldorf pendeln. Die Infrastruktur der Landeshauptstadt mit internationalem Flughafen ist zudem ein wichtiger Pluspunkt für Geschäftspartner, die uns besuchen.

Startup_DUS: Und Ihr Pitch zu Düsseldorf als Startup-Standort in drei Sätzen?

Philipp Kriependorf: Düsseldorf bietet ideale Rahmenbedingungen für Startups und Grownups: Die Lage in einem der größten Ballungszentren Europas ermöglicht eine erstklassige infrastrukturelle Anbindung, die vielen Hochschulen sorgen für Nachschub an hochqualifizierten Fachkräften und die Düsseldorfer Agenturszene gibt Großkonzernen wie Startups gleichermaßen kreative Impulse. Und ganz nebenbei bietet Düsseldorf mit der „längsten Theke der Welt“ auch gleich noch die passende Location, um auf erfolgreiche Gründungen anzustoßen.